Bezahlen die Schwaben Wowis Berliner Partys? Bericht über das Forum Föderalismus in Berlin
Montag, den 26. Februar 2007
“Die kleine Probe der großen Reform kam mit schmaler Besetzung aus.” Seinen heute erschienenen Bericht Über die zweite Stufe der Föderalismusreform leitet das Nachrichtenmagazin SPIEGEL mit einer Schilderung der Podiumsdiskussion beim Forum Föderalismus vom 29. Januar in Berlin ein. Die Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft, INSM, und die WirtschaftsWoche hatten dazu die RegIerungschefs Peter Müller (Saarland), Dynamiksieger im Bundesländer-Ranking 2006, sowie Baden-Württembergs Ministerpräsident Günther Oettinger eingeladen. Unter Moderation von Klaus Methfessel, stellvertretender Chefredakteur der WirtschaftsWoche, spielten die beiden Unions-Politiker nach Einschätzung des Magazins “ihre Rollen”. Zitat aus dem Bericht: “Peter, der Arme, machte gleich zu Beginn klar, sein Saarland sei nur zu retten, wenn die Altschulden gestrichen würden. Günther, der Reiche, pestete gegen das hochverschuldete Berlin: Er sehe nicht ein, dass Deutschland an die EU Strafen zahle, “nur weil der Wowereit in Berlin Party macht”. Die Sache hatte ein Nachspiel, wie der SPIEGEL berichtet: Berlins Finanzsenator habe dem Baden-Württemberger MP einen persönlichen Brief geschickt, in dem er dessen “Tiefschläge” beklagte.
Das Rollenspiel der beiden Regierungschefs war nach Einschätzung des SPIEGEL ein “Vorspiel zu jenem politischen Gefecht, das die Republik in den nächsten Monaten beschäftigen wird”: die zweite Stufe der Förderalismusreform, im Amtsdeutsch: die “Modernisierung der Bund-Länder-Finanzbeziehungen”. Die Frage der Länderfinanzen war in der ersten Stufe des Reformwerks weitgehend ausgespart worden. “Die INSM tritt hier für eine Entflechtung ein, um einen Wettbewerb zwischen den Bundesländern zu ermöglichen, der nicht sogleich wieder durch den Länderfinanzausgleich ausgehebelt wird”, so INSM-Geschäftsführer Max A. Höfer.
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Professor Axel Börsch-Supan