“Der Freistaat ist noch immer Deutschlands bester Wirtschaftsstandort”- doch Baden-Württemberg holt deutlich auf”, schreibt die Süddeutsche Zeitung in einem online-Bericht über das Bundesländerranking 2007 von Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) und WirtschaftsWoche. Als Hauptgrund nimmt der Bericht Bezug auf Angaben von INSM-Geschäftsführer Max A. Höfer bei der gestrigen Pressepräsentation der Studie in Berlin. Nach Angaben Höfers habe Baden-Württemberg habe vor allem vom deutlichen Zuwachs seines Bruttoinlandsprodukts (BIP) profitiert.
Auf der Website des Südwestrundfunks wird unter Stärken von Rheinland-Pfalz die “relativ niedrige Arbeitslosenquote” genannt. Als Gründe, warum ”Rheinland-Pfalz nicht unter den Besten” sei, nennt der Bericht die unterdurchschnittliche “Ausbildungsplatzangebot und die hohe Zahl von Schülern pro Lehrer”. Zitiert wird auch Werner Simon, Hauptgeschäftsführer der Landesvereinigung der Unternehmerverbände Rheinland-Pfalz (LVU) mit einem Kommentar zum INSM-WiWo-Bundesländerranking 2007: “Es kann nicht sein, dass wir uns auf den Lorbeeren ausruhen und alle anderen Wirtschafts-Standorte an uns vorbeiziehen lassen”. Simon appellierte nach Angaben des Südwestrundfunkts “an die Landesregierung, energisch gegenzusteuern”.
Die Agentur Associated Press stellt fest: “Als wirkliche Überraschungen gelten die Plätze zwei und drei. Sachsen-Anhalt, das im Vorjahr noch auf Platz fünf lag, schaffte laut Studie den Sprung an die Spitze, weil die Arbeitsproduktivität um 5,4 Prozent stieg, während der Bundesdurchschnitt nur bei drei Prozent lag. Sachsen, das schon zwei Mal die Trophäe gewann, blieb wie im Vorjahr auf Platz sechs stecken.”
Hamburg besticht durch den Standorteffekt, meint die Nachrichtenagentur ddp. Zitat aus der Meldung: ”Dies dürfte auch darin begründet liegen, dass annähernd zehn Prozent der 500 umsatzstärksten Unternehmen ihren Sitz in Hamburg haben und die Hansestadt vom wirtschaftlichen Erfolg der Großunternehmen profitieren kann”, erläutert Klaus Methfessel, stellvertretender Chefredakteur der WirtschaftsWoche, das Ergebnis.”
“Berlin wird dynamisch”, titeln die Potsdamer Neuesten Nachrichten. Berlin hat sich im Dynamikranking im Vergleich zum Vorjahr um sechs Plätze verbessert und kam auf Rang acht. Zitat aus dem PNN-Bericht: “Die Ergebnisse belegten, dass Berlin auf dem richtigen Weg ist, sagte Berlins Wirtschaftssenator Harald Wolf dem Tagesspiegel.” Gleichzeitig kritisierte er dem Bericht zufolge andere Studien wegen ihrer „starren Konzentration auf Bestandsgrößen“. Wegen des anhaltenden Strukturwandels schneide Berlin dann „schlechter ab als wohlhabende westdeutsche Regionen“. Dies sage aber „wenig aus über die Aktivierung zukunftsfähiger Regionalpotenziale“.
“Von Mannheim nach Viernheim fährt man mit dem Auto etwa 17 Minuten. Sagt der Routenplaner im Internet. Weitaus größer ist die Distanz, wenn man einen Blick in die aktuelle Studie der “Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft” in Köln und der “Wirtschaftswoche” wirft“, schreibt die Mannheimer Morgen. Die INSMWiWo-Studie habe Baden-Württemberg “an die Spitze der Vergleichstabelle” gesetzt, “das benachbarte Hessen muss sich mit dem vorletzten Platz begnügen”. ”Sorgenkind der Hessen” sei unter anderem “die steigende Arbeitslosigkeit”.
Niedersachsen hat aufgeholt, stellt die Neue Osnabrücker Zeitung fest. Den ganzen Bericht finden Sie hier.
“Baden-Württemberg kann alles – auch Wirtschaft”, schreibt der Berliner Tagesspiegel in Anspielung auf einen Slogan, mit dem das Land für sich werben ließ (Wir können alles, außer Hochdeutsch”). Artikel-Zitat: “Der Studie zufolge kommt Baden-Württemberg vor allem der deutliche Zuwachs des Bruttoinlandsprodukts zugute, das zwischen 2004 und 2006 um 5,4 Prozent zunahm und damit weit vor dem durchschnittlichen Anstieg von 3,6 Prozent liegt. In Sachsen-Anhalt war den Angaben nach die “hervorragende” Entwicklung bei der Arbeitsproduktivität ausschlaggebend.”
Der “Wirtschaft im Norden fehlt Dynamik” beklagen die Kieler Nachrichten. Nach den gestern in Berlin veröffentlichten Ergebnissen schneide Schleswig-Holstein bei der Entwicklung von Wirtschaftskraft, Arbeitsproduktivität und Verschuldung schlecht ab. Es gibt, so das Blatt, “aber durchaus Lichtblicke: Gute Noten gab es für die Beschäftigungsentwicklung, Existenzgründungen, Standort und Struktur – hier belegt das Land einen Platz im vorderen Drittel.”
Die Mitteldeutsche Zeitung titelte: “Sachsen-Anhalt wächst im Osten am dynamischsten”
Absatz aus dem Artikel: “Rang zwei belegt Sachsen-Anhalt, das sich in den letzten Jahren konsequent nach vorn gearbeitet hat und in diesem Jahr das dynamischste Bundesland im Osten ist. Verantwortlich dafür ist der Studie zufolge die hervorragende Entwicklung bei der Arbeitsproduktivität, die im untersuchten Zeitraum um 5,4 Prozent stieg. Bundesweit waren es durchschnittlich nur 3,0 Prozent.”
“In Hamburg gibt’s die höchsten Löhne” , freut sich die BILD-online.
Zitat: “Arbeitnehmer in Hamburg verdienen brutto im Monat rund 970 Euro mehr als in Thüringen. Das ergab eine bundesweite Studie der „Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft“. Der Durchschnittslohn für ganz Deutschland liegt bei 2628 Euro.”
Thema Ranking im INSM-Tagebuch.