Unicheck – Hochschulen in der Studenten-Diagnose: Es wirkt schon!
Seit gut zwei Wochen steht das erste Hochschulranking aus Studentensicht auf der Website www.unicheck.de online. Fast 5000 Studenten haben sich daran im ersten Anlauf beteiligt, jeden Tag kommen neue Stimmen dazu. Und Resonanzen in den Medien vermitteln den Eindruck: Die Verantwortlichen in den Hochschulen beginnen zu reagieren!
So nahm die Westdeutsche Allgemeine Zeitung (29. Juni) die Tatsache, dass die Universität Duisburg-Essen im Unicheck-Ranking bei der Verwaltung schlecht weggekommen war, zum Anlass zu kritischen Fragen an an Dr. Ingrid Lotz-Ahrens, Prorektorin für Finanzen. Lotz-Ahrens im Interview des Blattes: „Auch daran arbeiten wir. 90 Prozent der Einnahmen investieren wir in Lehre und Infrastruktur, zehn Prozent in die Verwaltung. Auch hier stocken wir Personal auf, verbessern die Beratung. Auch eine Ausweitung der Öffnungszeiten wird geprüft.“
„Wir wollen transparent machen, wofür die Studiengebühren eingesetzt werden.“ So zitierte die Neue Osnabrücker Zeitung (28. Juni) Unicheck-Projektleiter Ronald Voigt mit dem zentralen Anliegen von Unicheck.de. Überschrieben war der Artikel mit „Fragen nach Lehre und Service“. Die NOZ zur Lage vor Ort: „Besonders loben die Osnabrücker Studenten die Infrastruktur und das Lehrpersonal. Unzufrieden zeigen sie sich mit den Öffnungszeiten der Prüfungsämter.“
Auch weitere Berichte spiegeln die durch Unicheck in die Regionen getragene Debatte um eine bessere Lehre. Eine Auswahl:
- Hannoversche Allgemeine Zeitung (15. Juni). Zitate aus dem Bericht mit der Schlagzeile „Studenten verteilen schlechte Noten“: „Und wie transparent ist die Verteilung der Gelder? Das will die Arbeitgebernahe Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft herausfinden“ „Die erste Bilanz fällt dabei mager aus. Die Studenten verteilen als Gesamtnote für ihre Hochschulen im Schnitt nur ein „genügend“. Damit schneiden die Leibniz-Uni und die MHH allerdings nicht schlechter ab als andere Hochschulen.“ „Besonders unzufrieden sind die Studenten der Leibniz-Uni mit der Unterrichtsqualität (Note 3,8), die MHH-Kommilitonen bemängeln vor allem die Sprechstundenzeiten bei den Professoren (Note 4,1).
- Financial Times Deutschland (13. Juni). Titel: „Bezahlt und nichts bekommen: Studenten kritisieren Verwendung der Studiengebühren.“ Die FTD, Medienpartner von Unicheck, schrieb: „Spürbar investiert haben die Hochschulen offenbar in die technische Ausstattung der Hörsäle, Bücher und längere Öffnungszeiten der Bibliotheken. Insgesamt hat sich die Lehre, für die die Gebühren eingesetzt werden sollen, nach Meinung der Befragten jedoch nicht verbessert.“
- Die Südwest-Presse (23. Juni) schlagzeilte: „Note 3,9 für Uni Stuttgart.“ In dem Artikel heißt es dazu: „Zwei Monate nach Einführung von Studiengebühren ist die Stimmung unter Studenten schlecht. In einer Onlinebefragung benoteten 4900 Studierende die Leistungsfähigkeit ihrer Hochschulen in den Bereichen Verwaltung, Lehrpersonal, Bibliothek und allgemeine Infrastruktur mit ‘genügend’.“
- Die Neue Ruhr-Zeitung (16. Juni) bilanziert unter der Überschrift „Studierende sehen noch nichts von ihrem Geld“: „Nicht mal ein Ausreichend: Das ist das vernichtende Urteil, dass die Studierenden der Uni Duisburg-Essen ihrer Hochschule bei der Verwendung der Studiengebühren ausgestellt haben. Platz 29 von 30 möglichen, schlechteste, bundesweite Bewertung bei der Leistung der Verwaltung und der Infrastruktur – darunter wird neben der baulichen Qualität der Lehrräume auch die Einrichtung von Tutorien verstanden. “Die Befragung kommt zu früh, wir werden bestraft, weil wir noch kein Geld verausgabt haben.”, sagt Uni-Kanzler Rainer Ambrosy. Erst gestern hatte die Universität angekündigt, nun zehn Millionen Euro von den Studenten auszugeben. Das Geld soll in die Lehre investiert werden, aber auch in Toiletten und Hörsäle. Das brauche Zeit, so Ambrosy. Der stellvertretende Asta-Vorsitzende Oliver Bay meint: “Es ist nicht Sinn und Zweck, dass ich von meinen 500 Euro Farbanstriche bezahle.” Seit Jahren machten Studierende die Tutorien – “das sind keine Stellen, wir brauchen neue Leute in der Lehre und das ganz massiv”, so Bay.