Bildungsmonitor der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM): Kommentare der Kultusministerien – das “Führungsquartett”
Erfreut hat sich Sachsens Kultusminister Steffen Flath zum Abschneiden Sachsens (Platz 1) beim vierten Bildungsmonitor der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) geäußert. »Wir können zufrieden sein, sollten aber nicht in Euphorie ausbrechen«, so Flath. Die bisherigen Weichenstellungen seien offenbar richtig gewesen. “Nun müsse beharrlich daran weiter gearbeitet werden, den Bildungsstandort Sachsen zukunftsfähig zu gestalten”, heißt es in der Stellungnahme des Sächsischen Kultusministeriums weiter. Flath zollte vor allem den Schulen “Respekt”: “Wenn die Studie den sächsischen Schulen eine weit überdurchschnittliche Qualität bescheinigt, dann ist das zuallererst ein Verdienst der Lehrer«, so Flath.
Die Mitteilung des sächsischen Kultusministers fasst die auf Sachsen bezogenen Ergebnisse des bildungsökonimischen Bundesländervergleiches der INSM wie folgt zusammen: “Sachsen hat in der Studie den 1. Platz belegt. Wie es darin heißt, weist Sachsen – begünstigt durch zurückgehende Schülerzahlen – die besten Betreuungsbedingungen und die besten Fördermaßnahmen zum Ausgleich von Lernschwächen aus. Ferner zeichne sich der Freistaat durch eine weit überdurchschnittliche Schulqualität und durch die Vermeidung von Bildungsarmut (Schulabbrecher, Schüler mit fehlender Ausbildungsreife) aus. Sachsen bildet, so die Autoren weiter, in Relation zum Bedarf der heimischen Wirtschaft in weit über-durchschnittlichem Umfang Nachwuchskräfte in den mathematisch/naturwissenschaftlichen und technischen Fächern aus. Neben Thüringen wird Sachsen als die Talentschmiede für Ingenieure und Nachwuchsforscher in Deutschland bezeichnet.”
Alle Ergebnisse des vierten INSM-Bildungsmonitors der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) finden Sie auch auf der Website www.insm-bildungsmonitor.de.
Baden-Württembergs Kultusminister Helmut Rau sieht in den Ergebnissen des vierten Bildungsmonitors der INSM (Platz 2 für Baden-Württemberg) ein “sehr gutes Zeugnis für den Bildungsstandort”. Weiter heißt es in der Stellungnahme des Kultusministers: “Baden-Württemberg und Bayern bescheinigen die Bildungsforscher ein ähnliches Stärkenprofil. Dazu zählen die Ausgabenpriorität der öffentlichen Hand für die Bildung, die gute Schulqualität sowie der vergleichsweise geringe Anteil von Bildungsarmut.”
Minister Rau: “Unsere hohen Investitionen in Bildung sorgen dafür, dass weniger Jugendliche durch den Rost fallen als anderswo. Die Zahl der Schulabbrecher ist im Südwesten am niedrigsten.” Dass sein Bundesland Baynern seit dem letzten Bildungsmonitor überholen hättekönnen, stelle “die Dynamik der Schulentwicklung in unserem Land unter Beweis”, so Rau. Besonders stellte der Minister auch das das “leistungsstarke System der beruflichen Bildung” in seinem Bundesland ab: Das berufliche Schulwesen sorge für schulische Anschluss- und Aufstiegsmöglichkeiten. 45 Prozent der Hauptschülerinnen und Hauptschüler erwerben auch in dieser Ausbildungsphase einen mittleren Bildungsabschluss. “Wirtschaft und Handwerk steht in Baden-Württemberg ein gut qualifizierter Fachkräftenachwuchs zur Verfügung”, betonte Rau.
Besonders erfreulich sei, dass der INSM-Bildungsmonitor für Baden-Württemberg einen anhaltenden Aufwärtstrend im Bildungswesen feststelle, hob der Kultusminister hervor. In acht der dreizehn untersuchten Handlungsfelder seien die Ergebnisse für den Südwesten besser ausgefallen als beim ersten Bildungsmonitor 2004. Die Bildungsforscher attestieren Baden-Württemberg beispielsweise ein Anstieg der Schulqualität, ein Rückgang der Bildungsarmut, eine noch stärkere Vorrangstellung für Bildung bei den öffentlichen Ausgaben, einen gezielten Einsatz der Bildungsinvestitionen und eine verkürzte Verweildauer junger Menschen in den Bildungssystemen.
Rau bekannte sich zu “jeder Form des Leistungsvergleichs” und nahm den bildungsökonomischen Ländervergleich der initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) zum Anlass, sich “gegen eine Vereinheitlichung der Bildungspolitik” auszusprechen, “weil diese zur Anpassung nach unten führen würde”.
In einer Stellungnahme des Thüringer Kultusministers Prof. Dr. Jens Goebel wird auf die “Top 4″ im vierten INSM-Bildungsmonitor abgestellt: Zusammen mit Sachsen, Baden-Württemberg und Bayern bilde der Freistaat (Platz 3) im Leistungsfähigkeitstest der Bildungssysteme ein “Führungsquartett,” das sich deutlich von den anderen Ländern absetze. Thüringen zeichne durch eine überdurchschnittlich hohe Schulqualität und durch die Vermeidung von Nildungsarmut aus. Darüber hinaus bilde das Land überdurchschnittlich viele Nachwuchskräfte in mathematisch-naturwissenschaftlichen und technischen Fachbereichen aus. Außerdem leiste es einen überproportionalen Beitrag zur Sicherung und Steigerung der technologischen Leistungsfähigkeit. Daher könnten die Hochschulen im Freistaat als Kaderschmieden für Ingenieure und Nachwuchsforscher bezeichnet werden. Minister Goebel:„Seit 17 Jahren steht Thüringen für eine vernünftige und zukunftsweisende Bildungspolitik mit Augenmaß. Die überdurchschnittliche Leistungsfähigkeit unseres Bildungssystems wird vom Bildungsmonitor 2007 erneut bestätigt. Mit den höchsten Bildungsausgaben, der besten Schüler-Lehrer-Relation und den besten Ganztagsangeboten baut der Freistaat seine Spitzenposition in Deutschland weiter aus. Auf den leichten Nachholbedarf im Bereich der Inputeffizienz antworten wir mit der intensiven Fortsetzung des Entwicklungsvorhabens ‚Eigenverantwortliche Schule’. Denn je mehr Schulen eigenverantwortlich handeln, desto mehr erhöhen sich auch Qualität und Effizienz vor Ort.“
Besonders hoch, so das Thüringer Ministerium, seien die “Verbesserungen in den Bereichen Zeiteffizienz, Förderinfrastruktur und berufliche Bildung” ausgefallen. Erreicht worden seien die Fortschritte im Bildungssystem durch Prioritätensetzung bei den Bildungsausgaben und bei den Betreuungsbedingungen an den Bildungseinrichtungen. So habe der Freistaat mit 5.200 Euro pro Grundschüler deutschlandweit die zweithöchsten Bildungsausgaben (Bundesdurchschnitt: 4.000 Euro). In Relation zu den öffentlichen Gesamtausgaben sei die Förderung pro Grundschüler sogar die höchste aller Länder.
Bayerns Kultusminister Siegfried Schneider zum INSM-Bildungsmonitor 2007: “Die Studie bescheinigt dem bayerischen Bildungssystem insgesamt eine hohe Effizienz und eine hohe Qualität.” Schneider: “Ich freue mich darüber, dass in der Studie die Stärken des bayerischen Bildungsystems wie hohe Schulqualität, geringe Bildungsarmut sowie hervorragende Leistungen in der beruflichen Bildung deutlich werden.” Der INSM-Bildungsmonitor bestätige auch, “dass Bildungsausgaben in Bayern einen hohen Stellenwert haben und dass die Ressourcen sehr effizient eingesetzt werden.”
Einen besonderen Schwerpunkt will der Minister künftig auf den Ausbau der Ganzstagsversorgung von Schülern legen und hofft so, dass sein in künftigen bildungsökonomischen Bundesländervergleichen der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) noch besser abschneiden wird: “Wir bauen mit erheblichem finanziellen Aufwand die ganztägige Förderung und Betreuung an Schulen konsequent aus, damit unsere Kinder unabhängig von ihrer Lebenssituation optimale Bildungschancen haben. Gerade der Ausbau eines bedarfsgerechten und flächendeckenden Angebotes gebundener Ganztagsschulen an Hauptschulen bis 2012/2013 ist ein wichtiger Baustein. Damit werden wir die Schülerinnen und Schüler noch besser individuell fördern und die Chancen erhöhen, dass jeder Schüler die Hauptschule mit einem Abschluss verlassen kann.” Einen Kritikpunkt des INSM-Bildungsmonitors, die im Vergleich zu anderen Länder geringere Abiturientenquote, sprach der Minister indirekt an: Es könne davon ausgegangen werden, dass Bayern bei der Zahl der Hochschulzugangsberechtigungen zulegen wird: “Dabei muss berücksichtigt werden, dass junge Menschen auch über die berufliche Bildung eine Hochschulreife erwerben können. Auf dem Weg über Fachoberschule und Berufsoberschule können leistungsfähige und leistungswillige Haupt- und Realschüler bis zum Hochschulstudium gelangen. In Bayern werden gut 43 % aller Hochschulzugangsberechtigungen nicht über das Gymnasium erworben.”
Kritisch äußert sich der Minister zum sogenannten “Dynamik-Ranking” der Studie: “Bei der Beurteilung der Dynamik muss auch die jeweilige Ausgangsposition gesehen werden. Bei einem hohen Nachholbedarf erscheinen Verbesserungen naturgemäß dynamischer.”