Nobelpreisträger in der BILD-Zeitung: “Mindestlohn hilft euch Deutschen nicht!”

bild-insm-tagebuch.jpgProfessor Edmund Phelps, Columbia-Universität New York, erhielt im Jahr 2006 den Nobelpreis für Wirtschaftswissenschaften. Heute hielt er auf Einladung der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) eine Ludwig Erhard Lecture in Berlin.

In einem Interview mit der BILD-Zeitung nahm der Wissenschaftler vorab Stellung zur aktuellen wirtschaftspolitischen Debatte in Deutschland. Nach Mindestlöhnen gefragt antwortete Phelps: “Ich war nie ein Freund gesetzlicher Mindestlöhne und rate dringend davon ab! Sie sorgen für das Gegenteil von dem, was sie erreichen sollen.” In diesem Zusammenhang warnte Phelps davor, dass Geringqualifizierte künftig keinen Job mehr finden. Damit, so der Nobelpreisträger, “ist niemandem geholfen”. Statt gesetzlicher Mindestlöhne machte sich Professor Phelps für Kombilöhne stark. 

Zur von SPD-Chef Kurt Beck angestoßenen Debatte um Teilrücknahmen von Reformen der Agenda 2010 erklärte Phelps: “Ich bin überrascht, dass die Reformen beim Arbeitslosengeld zum Teil zurückgeschraubt werden sollen. Bitter nötig wären jetzt weitere Reformen, die die Schaffung von Arbeitsplätzen ankurbeln, und nicht solche, mit denen der Rückwärtsgang eingelegt und in die Gegenrichtung gefahren wird.

Zur Frage, ob es in Deutschland je wieder Vollbeschäftigung geben werde, erklärte der Nobelpreisträger: “Ich kann mir ein Absinken der Arbeitslosenquote auf drei Prozent gut vorstellen.” Dafür brauche Deutschland aber eine Dynamik-orientierte Wirtschaftspolitik und einen “Innovations-Schub, der die Bürger begeistert”.   

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    [...] hilft Euch Deutschen nicht!” So überschrieb die BILD-Zeitung ein Interview mit INSM-Redner Phelps, das am Tag der VI. Ludwig-Erhard-Lecture veröffentlicht [...]