INSM-Botschafter von Koerber im Weihnachts-Interview der WELT
Zu Weihnachten veröffentliche die Tageszeitung DIE WELT ein Interview mit dem Co-Präsidenten des Club of Rome, Dr. Eberhard von Koerber, Botschafter der INSM (Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft). Themen waren unter anderem:
Nachhaltiges Wachstum – Zitat von Koerber:
“Wir müssen uns von der Vorstellung verabschieden, dass entwickelte Volkswirtschaften dauerhaft mit über drei, vier oder fünf Prozent im Jahr wachsen. Selbst wenn die Bevölkerung stagniert, können wir auf eine Verbesserung der Wertschöpfung durch Innovation und Qualität setzen. Damit sind Wachstumsraten von um die zwei Prozent zu erreichen.”
Zur WELT-Frage, ob langfristig angesichts von mehr Älteren und Rentnern mit einer schrumpfenden Wirtschaftsleistung zu rechnen sei, erklärte INSM-Botschafter von Koerber:
“Wenn wir nichts unternehmen, schon. Wir sollten künftig alle deutlich länger arbeiten als bisher. Die Jungen müssen früher ins Arbeitsbeben einsteigen und die Älteren länger dabei bleiben. Warum sollte auch jemand mit fünfundsechzig oder siebzig Jahren kein guter Ingenieur mehr sein? Für die immer weniger Berufe mit harter körperlicher Arbeit müssen natürlich andere Regeln gelten.”
Klimaschutz – Zitat von Koerber:
“… die Menschen müssen Opfer bringen. Wir können den C02-Ausstoß durch neue Technologien und Einsparungen erheblich eindämmen, wir können von fossilen Brennstoffen auf alternative Energien und Kernkraft umstellen. Dazu brauchen wir enorme Investitionen, Veränderungen im Konsumverhalten und Technikakzeptanz, aber es ist möglich.”
Hohe Manager-Abfindungen – Zitat von Koerber:
“Es ist schwer einsehbar, dass Millionen von Menschen ohne weiteres gekündigt werden können und einige wenige nach schlechter Leistung große Abschiedsgeschenke bekommen. Das ist eine soziale Provokation, schafft Unfrieden in der Gesellschaft und im Unternehmen sowie Zweifel am System.”
Von Koerber verwies in diesem Zusammenhang auf die Aufsichtsräte in den Unternehmen: “Die Manager machen das ja auch bisher nicht unter sich allein aus. Es stimmen immer die Aufsichtsräte zu, in denen auch Arbeitnehmer-Vertreter sitzen. Diese Aufsichtsräte müssen stärker als bisher die sozialen Folgen ihrer Entscheidungen im Blick haben. Dazu wird die aktuelle öffentliche Diskussion beitragen.”
Die WELT sieht von Koerber als “Vorkämpfer für Moral in der Wirtschaft”. Artikel-Zitat:
“Eberhard von Koerber gehörte über Jahrzehnte zu den schillernden Figuren in der deutschen Wirtschaft. Der studierte Jurist stieg vom Assistenten des BMW-Chefs Eberhard von Kuenheim bis in den Vorstand des Autobauers auf. Von dort wechselte er zum schweizerischen Elektrokonzern BBC, der bald mit der schwedischen Asea-Gruppe zu ABB verschmolz. Nach Stationen als Chef der deutschen ABB-Tochter übernahm er im Konzern die Verantwortung für Europa, den Mittleren Osten und Afrika. Heute leitet der 69-Jährige seine eigene Gesellschaft für lndustrieberatung und Vermögensverwaltung in Zürich. Von Koerber engagiert sich zudem ehrenamtlich für das Thema Moral in der Wirtschaft. Seit 2000 ist er Vizepräsident des Club of Rome. Er ist Mitbegründer und Vizepräsident des Wittenberg-Zentrums für Globale Ethik und Botschafter der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft.”
Das WELT-Interview mit INSM-Botschafter von Koerber fand statt aus Anlass der Präsentation des INSM-Buches Chancen des Wachstums. Darüber schreibt das Blatt folgendes:
“Ganz ohne Wachstum geht es nicht, findet sogar der Dalai Lama. Es wäre ein Trugschluss, „wenn man die Lösung unserer Probleme in einer Ablehnung des materiellen und technischen Fortschritts sehen würde“, schreibt der Friedensnobelpreisträger. Sein Beitrag zu den ethischen Grundlagen des weltweiten Wachstums ist in dem, Buch „Chancen des Wachstums“ zu finden, dass die Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) initiiert hat. Die renommierte Ökonomin Beatrice Weder di Mauro stellte als Herausgeberin 16 Beiträge von internationalen Experten der Wirtschaft, Politik und Soziologie zu einem Projekt zusammen, dass sich mit allen Facetten des Weltwirtschaftswachstums und seinen Folgen befasst. Das Buch zeigt, wie sich Industrie- und Schwellenländer in Zeiten der Globalisierung ethisch verhalten und dennoch wachsen können. Prominente Persönlichkeiten wie der Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB), Jean-Claude Trichet, oder der Co-Präsident des Club of Rome, Eberhard von Koerber, diskutieren aktuelle Themen wie Klimaschutz und Nachhaltigkeit, die spätestens seit der Klimakonferenz auf Bali in aller Munde sind.”