INSM-Kurator Randolf Rodenstock im ZEIT-Interview: Merkels Schweigen bei Mindestlöhnen und Managergehältern ist ein Skandal

INSM-Kurator Randolf RodenstockINSM-Kurator Randolf Rodenstock hat es in einem Interview mit der ZEIT beklagt, dass Bundeskanzlerin Angela Merkel sich zu Fragen des Mindestlohns und der Debatte um Managerhälter nicht deutlicher äußere. Es sei ein Skandal, “dass Angela Merkel und die CDU-Spitze all dies nicht thematisieren”. Wörtlich sagte er: “Die Partei, die den Begriff soziale Marktwirtschaft geprägt hat, überlässt die Diskussion, was sozial und gerecht ist, dem politischen Gegner. Das ist verantwortungslos. Ein Skandal. Es ist eine politische Führungsaufgabe, den Menschen zu erklären, was Gerechtigkeit ist.”

Mehr öffentliche Präsenz erwartet Rodenstock auch von Vorstandsvorsitzenden und Aufsichtsräten: “Öffentlich erklären müssen sich die betreffenden Vorstände und Aufsichtsräte, wenn sie mit gravierenden Vorwürfen konfrontiert werden. Gerade Vorstände und Geschäftsführer großer Firmen müssen sich öfter äußern und so gegen den Irrglauben ankämpfen, in kleinen Unternehmen gebe es nur gute und in großen Konzernen nur eiskalte Manager.” Allerdings fehle vielen seiner
Kollegen “die Zeit oder Übung.

Besorgt äußerte sich Rodenstock darüber, dass “die Akzeptanz der sozialen Marktwirtschaft” in Deutschland “bemerkenswert abgebröckelt” sei: “Der Großteil der Deutschen sagt heute, die soziale Marktwirtschaft sei nicht mehr sozial. Ich sehe das mit Sorge und eine der Ursachen dafür darin, dass wir Vorstände, Unternehmer und Verbandsleute Fragen von Wirtschaft und Ethik zu lange unseren politischen Gegnern überlassen haben: Gewerkschaftern, Attac oder auch der Partei Die Linke.”

Die ZEIT verbreitete das Interview mit Randolf Rodenstock als Agenturmeldung. Zu finden ist diese unter anderem hier.

Das komplette ZEIT-Interview ist am 30. April 2008 erschienen.

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