INSM-Politik-Check Schule: Berlins Bildungssenator freut sich über gute Abschneiden und kündigt weitere Verbesserungen an
In einer Pressemitteilung hat Berlins Bildungssenator Professor Jürgen Zöllner Stellung genommen. Berlin hatte im vorgestern veröffentlichten “Politik-Check Schule” mit einer glatten 2 abgeschnitten. Die Bundeshauptstadt gehört neben Nordrhein-Westfalen, Hamburg, Hessen und Mecklenburg-Vorpommern zur Gruppe der fünf Bundesländer, die nach Einschätzung der von der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) beauftragten Wissenschaftler des IW Köln ihre schulpolitischen Hausaufgaben nach dem PISA-Schock am besten erledigt haben. Ein Manko in Berlin wie in vielen anderen Bundesländern ist die Tatsache, dass die Politik den Schulen noch nicht genug Eigenständigkeit gewährt. Hierzu heißt es in der Pressemitteilung des Bildungssenators:
“Die Gesamteinschätzung, dass Berlin derzeit noch nicht alle Möglichkeiten zur Dezentralisierung nutzt, ist dennoch im Grundsatz korrekt.” Senator Zöllner: “Berlin verfolgt mittel- und langfristig das Ziel, den Schulen alle Entscheidungen zu übertragen, die besser und schneller vor Ort geklärt werden können. Zum Beispiel durch die größere Führungsverantwortung von Schulleiter, die Stärkung der Stellung der Eltern in der Schulkonferenz und die Personalkostenbudgetierung (mehr als 80 Prozent der Schulen nutzen im Schuljahr 2007/2008 zusätzlich drei Prozent ihres Lehrkräftebudgets als Vertretungsreserve) hat Berlin nachweislich bereits wichtige Schritte unternommen. Und wir werden die Handlungsfähigkeit der Schulen weiter Schritt für Schritt ausbauen. Wir müssen allerdings die Schulleiter/innen und Schulen für diese zusätzlichen Aufgaben gewinnen und befähigen.”
Ein zentrales Thema des INSM-IW-”Politik-Checks Schule” war auch die Forderung nach einem weiteren Ausbau der Ganztagsschulen. Die BIldunsgsexperten des IW Köln vertreten hier den Standpunkt, dass ein verpflichtendes Ganztagsangebot mehr Bildung in kürzerer Zeit vermitteln kann und vor allem auch Kindern aus bildungsarmen Schichten in besonderer Weise nutzt. Dazu Berlins Bildungssenator Zöllner: “Gerade weil wir auch im Sinne des Politik-Checks Kinder aus bildungsärmeren Schichten besser fördern wollen, ist es richtig gewesen, mit dem Ausbau der Grundschulen und damit der Förderung unserer Kinder so früh wie möglich zu beginnen. Das Ganztagsangebot an Oberschulen – bisher sind alle Gesamtschulen und viele Haupt- und Sonderschulen Ganztagsschulen – wollen wir weiter ausbauen.”
Zöllners Fazit: “Die Studie kann einen hilfreichen Beitrag leisten, sich mit dem Stand und der Entwicklung der Berliner Bildungspolitik kritisch, aber unversperrt auseinanderzusetzen. Das für Berlin sehr positive Fazit der Studie ist kein Anlass, dass wir uns zurücklehnen.”