INSM-Schulbuchstudie: Schwedische und britische Schüler werden besser aufs Unternehmertum vorbereitet als deutsche
„Wirtschaftlichkeit – ein Muss! Alle Unternehmen streben nach Wirtschaftlichkeit, das heißt Gewinne zu machen“, schreibt das Gesellschaftskundebuch Samhälle (zu deutsch Gesellschaft). Wie Samhälle sind viele schwedische Schulbücher kleine „Gebrauchsanweisungen“ für das Gründen und Führen einer Firma.
“In Schweden wird unternehmerisches Handeln groß geschrieben, selbst der Arbeitnehmer handelt in der skandinavischen Sichtweise unternehmerisch, wenn er seine Arbeitskraft zu Marktpreisen anbietet und sich bildet, um seinen Marktwert zu erhöhen.” So steht es in der Zusammenfassung einer im Auftrag der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) entstandenen Studie von Professor Simone Lässig, Leiterin des Georg-Eckert-Instituts für internationale Schulbuchforschung. Für die INSM hatte Professor Lässig Schulbücher aus Deutschland, Schweden und Großbritannien untersucht.
Professor Lässig stellte die Expertise heute in Berlin gemeinsam mit dem EU-Kommissar Günter Verheugen (SPD) sowie INSM-Geschäftsführer Dieter Rath in Berlin der Presse vor. Verheugen betonte die Notwendigkeit, auch Kinder und junge Menschen schon früh an unternehmerische Inhalte heranzuführen. „Unsere Wirtschaft braucht neue, junge Unternehmer”, erklärte. Deshalb sei mehr Kenntnis über die Wirtschaft im Allgemeinen nötig.” Verheugen: “Diejenigen, die Unternehmerinnen und Unternehmer werden wollen, sollten unterstützt und ermutigt werden.” Moderne Arbeitsmarktpolitik müsse zudem kleinen und mittleren Unternehmen Mut machen und den Rücken stärken, “denn dort entstehen die Ausbildungs- und Arbeitsplätze von morgen und übermorgen”, so der SPD-Politiker.
Kurzfazit der INSM-Schulbuch-Studie: In schwedischen Schulbüchern wird neben dem Sozialstaat auch unternehmerisches Handeln groß geschrieben: Hier lernen die Schüler praktisch, wie sie ein Unternehmen aufbauen. Hier kann Deutschland von den Schweden lernen, denn Schulbücher hierzulande informieren vor allem über Grundbegriffe der Wirtschaftsordnung und abstrakte Inhalte, statt praktisches Unternehmertum zu vermitteln. Englische und schwedische Schulbücher vermitteln dieses Themenfeld deutlich Einzelfall orientierter, praxisnäher und beispielhafter.
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