Van Suntum fordert marktwirtschaftliches Bad-Bank-Modell
Der münsteraner Ökonom Ulrich van Suntum hat am Dienstagabend in Berlin ein eigenständiges Modell zur Entlastung der Banken von toxischen Wertpapieren vorgestellt. Bei einer Diskussionsrunde der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) und des Humboldt-Forums Wirtschaft forderte van Suntum, die Bankenkrise nach den Regeln der sozialen Marktwirtschaft zu bewältigen, ohne dass die Steuerzahler den Schaden zu tragen hätten. Dazu soll der Staat die toxischen Papiere gegen unverzinsliche Staatsanleihen (Zero-Bonds) in gleicher Höhe tauschen und damit die Bankbilanzen entgiften.
Da Staatsanleihen sehr sicher sind und in den Bilanzen der Banken als Garantie wirken, wird das Misstrauen der Banken untereinander aufgelöst - drohende Abschreibungen auf versteckte Schrottpapiere gefährden dann nicht länger die Liquidität der Geldinstitute. Die vom Staat aufgekauften Papiere werden von einer zentralen Bad Bank verwaltet und nach der Stabilisierung der Märkte wieder zum Nominalwert der ausgegebenen Staatsanleihen verkauft – gegebenenfalls erst nach Jahrzehnten. Vor 200 Gästen diskutierten der Vorsitzende des Finanzmarktgremiums und Mitglied im Finanzausschuss des Deutschen Bundestages, Albert Rupprecht (CSU) und der Vizepräsident des Deutschen Bundestages und finanzpolitischer Sprecher der FDP-Fraktion, Hermann Otto Solms die Bad-Bank-Pläne.
Solms sprach sich zwar für dezentrale Bad Banks aus, kritisierte aber den Vorschlag von Bundesfinanzminister Peer Steinbrück (SPD), dem zufolge Banken und Steuerzahler sich die entstehenden Kosten bei Fälligkeit der toxischen Wertpapiere teilen müssten. ”Das sollten wir verhindern. Die Aktionäre der Banken müssen in Haftung bleiben – die Steuerzahler sollen so weit wie möglich herausgehalten werden”, sagte Solms.