INSM-WiWo-Merkelmeter: die Halbzeitbilanz von Merkel, Müntefering & Co.
Sonntag, den 8. Juli 2007Nach der Sommerpause geht die Bundesregierung in die zweite Halbzeit. Im aktuellen Merkelmeter wird Bilanz gezogen, was Schwarz-Rot in der ersten Hälfte dieser Legislaturperiode für Beschäftigung und Wachstum geleistet hat. Die Bilanz fällt gemischt aus – und jüngste Weichenstellungen könnten die Bundesregierung in ein Reform-Tief abgleiten lassen. Das geht aus der wissenschaftliche Analyse des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW) hervor, das die Dauerstudie seit der Bundestagswahl 2005 exklusiv für die WirtschaftsWoche und die Initiative Neue Soziale Martwirtschaft (INSM) erstellt.
Professor Dr. Michael Hüther, Direktor des IW: “Bei Amtsantritt im Herbst 2005 konnte die Große Koalition vor allem auf die arbeitsmarktpolitischen Vorarbeiten ihrer rot-grünen Amtsvorgänger bauen. Sicher haben die Arbeitsmarktreformen der Agenda 2010 mit dazu beigetragen, dass mehr Menschen in Beschäftigung kommen. Diesen Kurs hat Schwarz-Rot bisher im Wesentlichen fortgeführt. Vor allem bei der Rente mit 67 haben Müntefering und Merkel aber auch mutig eigene Akzente gesetzt. Trotz aller Kritik im Detail ist auch die Unternehmenssteuerreform auf der Haben-Seite der Großen Koalition zu nennen. Denn dadurch wird Deutschland für nationale und internationale Investoren attraktiver. Beim Bürokratieabbau und mit der Föderalismusreform wurde ebenfalls Positives erreicht.”
Allerdings könne die Politik den Aufschwung “ganz sicher nicht für sich alleine reklamieren”, meint der Ökonom. Großen Anteil am Aufschwung hätten auch die Unternehmen, betont Hüther. “Deutschland lebt wirtschaftlich auf, weil sich die Weltmärkte seit Jahren sehr dynamisch entwickeln und weil unsere Unternehmen nach schmerzhaften Umstrukturierungen wettbewerbsfähiger geworden sind. Auch die moderaten Lohnabschlüsse der Gewerkschaften und Arbeitgeber haben in den letzten Jahren dazu beigetragen.”
Kritik vermeldet das INSM-WiWo-Merkelmeter an den Koalitionsplänen zur bundesweiten Einführung branchenspezifischer Mindestlöhne und zu den Eckpunkten der geplanten Reform der sozialen Pflegeversicherung.
Mehr zum aktuellen Merkelmeter lesen Sie ab sofort auf der website www.insm-merkelmeter.de und ab Montag auch in der neuen WirtschaftsWoche.

Oswald Metzger







In den vergangenen zwei Monaten ist die Bundesregierung Merkel-Müntefering auf dem Weg zu mehr 