Deutschland Check Februar 2011: Bürokratieabbau erreicht Wirtschaft nicht
Montag, den 14. Februar 2011
Der Bürokratieabbau kommt nicht bei der Wirtschaft an. Das hat eine Unternehmens- befragung des IW-Consult im Auftrag der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft ergben. Zwei Drittel der befragten Unternehmen gaben danach an, noch keine bürokratische Entlastung feststellen zu können. Ein Drittel gab sogar an, dass die neuen Regelungen der Regierung genau zum Gegenteil geführt haben, nämlich zu zusätzlichem Aufwand und mehr Belastungen. Der angestrebte Bürokratieabbau hat demzufolge noch nicht stattgefunden. Viele Unternehmen hoffen nun auf eine Veränderung durch das anstehende „Steuervereinfachungsgesetz 2011“. Laut der Umfrage sind viele Unternehmen der Meinung, dass sie vor allem durch den Einsatz elektronischer Medien den bürokratischen Aufwand etwas reduzieren könnten. Die Unternehmensumfrage ist Teil des Deutschland Checks, eine Dauerstudie zur Beurteilung der Wirtschaftspolitik der schwarz- gelben Bundesregierung im Auftrag der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) und der WirtschaftsWoche. Bei der repräsentativen Unternehmensbefragung im Februar 2011 wurden 760 Unternehmen aus der Industrie und anderen industrienahen Bereichen befragt, die Schritte der Bundesregierung zur Vereinfachung der Bürokratie bewerten sollten.
Der Deutschland Check misst darüber hinaus die aktuelle Entwicklung der Wirtschaft und des Arbeitsmarktes. Im Januar 2011 ließ sich ein wirtschaftlicher Aufschwung feststellen. Sowohl Arbeitsmarktindex, als auch der Wachstumsindex, haben zugenommen. Das Institut der deutschen Wirtschaft Köln erwartet ein reales Plus beim realen Bruttoinlandsprodukt von 2 ¼ Prozent, was auf eine positive Entwicklung hindeutet. Die Prognose der Arbeitsmarktentwicklung erscheint äußerst positiv, da der stärkste Anstieg seit Mai 2010 zu vermelden ist. Der Arbeitsmarktindex hat im Januar um 2,8 Punkte (2,1%) zugenommen. Das Gleiche gilt auch für den Wachstumsindex. Der DAX-Performance-Index hat mit einem deutlichen Plus von 163 Punkten (+2,4 %) im Januar die 7.000er Marke erreicht. Der Ifo-Lage-Index büßte dagegen geringfügig ein (-0,1 %). Insgesamt kann man jedoch festhalten, dass der Wachstumsindex sich im Januar um 1,4% verbessert hat und somit den fünften Monaten ansteigt.
Dritter Teil des Deutschland Checks ist eine regelmäßige Beurteilung aktueller Gesetz und Gesetzesvorhaben. Diesen Monat im Test: Der Pakt für Wettbewerbsfähigkeit, der auf eine Initiative von Deutschland und Frankreich zurückgeht. Das „6-Punkte-Programm für mehr Wettbewerbsfähigkeit“, das aus folgenden Elementen besteht:
Die Bewertung durch das IW Köln erfolgte mit 4 von 5 Sternen. Ein Auseinanderdriften der Wettbewerbsfähigkeit der Euro-Länder wäre mit hohen Kosten für die EU und Gefahren für den Euro verbunden, weshalb eine stärkere wirtschaftliche Konvergenz gesichert werden sollte. Die Orientierungspunkte sind also ökonomisch richtig gesetzt. Der durchaus kritikwürdigen Idee einer Vergemeinschaftung der Wirtschaftspolitik („EU-Wirtschaftsregierung“) leistet der Pakt keinen Vorschub. Eher im Gegenteil, die Verantwortung für die Einhaltung der Wettbewerbsfähigkeit wird durch den Pakt an die Nationalstaaten verwiesen. Sie haben die Aufgabe, in ihrem Verantwortungsbereich für Rahmenbedingungen zu sorgen, die Wachstum und Wettbewerbsfähigkeit sichern und fördern.
Weitere Informationen unter www.deutschland-check.de






























